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Landesgeschäftsstelle Berlin-Brandenburg

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Video: "Die Energie-Tür" - Projekt der Landesgeschäftsstelle Berlin-Brandenburg

Transparenz zur Projektfinanzierung

2025

Mögliche Projekte

Gesprächskreis – Selbsterfahrungsrunde „Rehabilitation und Gesundheitsprävention“

Gesprächskreis – Selbsterfahrungsrunde „Rehabilitation und Gesundheitsprävention“

(Ressourcen, Rituale, Atemtechniken, Achtsamkeit, Entspannung, Meditation, kleine Gesundheitshilfen…)

In dieser Gesprächsrunde geht es um einen Austausch:

  • Wie geht wer mit seinen psychischen und gesundheitlichen Auswirkungen nach dem Mord am Kind/Angehörigen um?
  • Was tut jeder für sich, um seine Gesundheit nicht noch weiter zu belasten?
  • Wie kann die Naturheilkunde wirken?
  • Wie helfen mir Entspannungen, Atemtechniken, Meditation u.a.?

Keiner muss „müssen“

Es gibt nichts, was ich haben muss,
nichts, was ich tun muss, und
nichts, was ich sein muss,
außer genau das, was ich in diesem Moment bin.
(Neale Donald Walsch)

Resilienz – Der Wille zu überleben

(Quelle: Dachverband der Gemeindepsychiatrie e.V.)

Resilienz ist der Wille zu überleben. Das Wort Resilienz ist vom lateinischen Verb „resilere“ = „zurückspringen“, „abprallen“, abgeleitet. Im Englischen meint „resilience“ die Spannkraft, Elastizität, Strapazierfähigkeit und Zähigkeit. „Resilienz bedeutet, die eigene Stärke zu entwickeln und zu schulen.“ Resilienz bedeutet, den Widrigkeiten des Lebens aktiv und zuversichtlich zu begegnen und meint auch die Fähigkeit, Stress und Belastung erfolgreich zu bewältigen, seelisch stabil zu bleiben.

Resiliente Menschen verfügen über ein großes Handlungsspektrum an Fähigkeiten, die ihnen helfen, Schwierigkeiten und Krisen zu bewältigen. Der Gegenbegriff der Resilienz ist Verletzlichkeit. Psychisch erkrankte Menschen sind sehr verletzlich und nicht selten dünnhäutig. Bei einer hohen Verletzlichkeit und Dünnhäutigkeit besteht somit ein deutlich höheres Risiko, unter Einfluss von Belastungen vielfältige Formen von Störungen, Auffälligkeiten und Krankheiten zu entwickeln. Deshalb ist es für psychisch erkrankte Menschen besonders wichtig, Resilienz aufzubauen.

Resilienz ist kein angeborenes, stabiles und generell einsetzbares Persönlichkeitsmerkmal. Der Austausch zwischen dem Einzelnen und seiner Umwelt ist dabei von ausschlaggebender Bedeutung. Resilienz entwickelt sich, wenn der Mensch in schwierigen Lebenssituationen auf Schutzfaktoren zugreifen kann.

Die sieben Säulen der Resilienz:

1. Optimismus Den Mut aufbringen, die Welt anders zu betrachten. „Ist das Glas halb voll oder halb leer?“

2. Akzeptanz „Über Probleme reden schafft Probleme! Über Lösungen reden schafft Lösungen!“ (Steve de Shazer)

3. Lösungsorientierung „Ich kann mich über alles ärgern, bin dazu aber nicht verpflichtet.“

4. Aufgeben der Opferrolle – Selbstwirksamkeit Hoffnungslosigkeit aufgeben, – in der Krise eine Chance sehen

5. Selbstverantwortung übernehmen Für eigene Gedanken, Gefühle und Reaktionen zuständig sein, statt die Ursache bei jemandem anderen zu suchen / zu finden oder den Verhältnissen zuzuschreiben

6. Beziehung gestalten – Netzwerkorientierung Sich nicht allein fühlen, Gemeinschaft suchen, verankert sein in einer sozialen Gruppe, insbesondere in der Familie

7. Zukunftsplanung Realisieren, dass man eine Zukunft hat – Vergangenheit ist vorbei. Es bedarf darüber hinaus eines Umdenkens in der Gesellschaft, damit alle von den Erkenntnissen der Resilienzforschung partizipieren können. Je mehr Menschen von diesen Erkenntnissen der Resilienzforschung geprägt werden, desto größer ist die Chance, dass es ihnen gelingt, ein neues Miteinander zu leben und eine von Toleranz und Mitmenschlichkeit geprägte Gesellschaft zu bilden, in der auch der psychisch erkrankte Mensch mit seinen Einschränkungen und Möglichkeiten als vollwertiges Mitglied leben kann.

Recovery

(Quelle: "Recovery-Reise zur Gesundung - Hoffnung macht Sinn", Dachverband Gemeindepsychiatrie e. V.)

Recovery ist ein individueller Prozess, der sich an den persönlichen Werten und Zielen jedes einzelnen betroffenen Menschen orientiert. Hoffnung und Sinnfindung sind die wichtigsten Gesundungsfaktoren! Genesung, oftmals auch Heilung ist für alle psychisch kranken und/oder seelisch belasteten Menschen möglich!

Gesundung ist eine Haltung, eine Einstellung und ein Weg, die täglichen Herausforderungen anzugehen. Es ist ein selbstgesteuerter Prozess, um Sinn und Zielsetzung ins Leben zurückzugewinnen.

Der Recovery-Prozess verläuft generell individuell. Wie Betroffenen geholfen wird, ist immer von der jeweiligen Person abhängig. Es gibt keine Anleitung zur Durchführung eines Recovery-Prozesses, es gibt keine ideale oder "richtige" Vorgehensweise.

Recovery ...

... ist ein neues Konzept zur Gesundung bei psychischen Erkrankungen.

... kommt aus der Selbsthilfebewegung psychiatrieerfahrener Menschen

... unterstützt psychisch erkrankte Menschen dabei, aktiv einen individuellen Gesundungsweg zu gehen.

... braucht Hoffnung auf Veränderbarkeit der Situation.

... bedeutet einen persönlichen Sinn in der Erkrankung entdecken zu wollen.

... bindet Freunde und Vertrauenspersonen als "Holder of Hope" ein.

... legt den Schwerpunkt auf persönliche Ressorcen und Stärken.

... wurzelt in dem Wunsch nach Selbstbestimmung auf dem Gesundungsweg.

... fördert Selbstverantwortung für ein zufriedenes Leben.

... ist ... immer eigen. So wie Sie!

Empfehlungen des BV ANUAS e.V. für Betroffene, neben einer fachlichen Betreuung:

  • Regelmäßige Bewegung an frischer Luft baut Stress ab, frische Luft und die freie Natur beeinflussen Atmung und Psyche positiv
  • Zimmergymnastik kann auch ein Ersatz sein: lästige Gase werden aus geleitet, das Blut kommt in größere Bewegungen und wird den äußersten Körperteilen zugeführt. Die einzelnen Muskeln des Körpers werden trainiert und gestärkt
  • Gesunde Ernährung: frisches Obst und Gemüse versorgen den Organismus mit Mikronährstoffen, die gut für die Nerven sind
  • Ausreichende Erholungspausen einlegen, um Kraft zu tanken
  • Entspannungstechniken erlernen und nutzen
  • Kontakt mit anderen Menschen pflegen. Gespräche mit anderen Menschen sind gut für die Seele
  • Ausreichend gesunder Schlaf: abends bewusst abschalten, wenn nötig mit Entspannungstechniken, Bachblüten und Kräuteranwendungen
  • Ein Stresstrauma kann nicht mit Alkohol betäubt werden
  • die Situation wird nicht verbessert, sondern führt dazu, dass Sie verdrängen
  • Gönnen Sie sich etwas Schönes, machen Sie, was Ihnen Spaß macht und wozu Sie Lust haben
  • Streichen Sie das Wort „muss“ aus Ihrem Wortschatz – Sie müssen gar nichts, Sie wollen aber alles – Sie wollen weiter leben, verstehen und akzeptieren – tun Sie selber was dafür, der BV ANUAS e.V. hilft Ihnen beratend weiter
  • Wechselduschen – mit kaltem und warmem Wasser – es werden über die Haut Temperaturreize vermittelt, die im Körper positive Reaktionen auslösen. Die Abwehrkräfte werden gestärkt, Kreislauf und Nervensystem werden angeregt.
Malkreis „Arc des Couleurs“

Malkreis „Arc des Couleurs“

Die abstrakten Mal-Gesprächskreise finden im Atelier, Jens Herrmann – Leiter des Gesprächskreises - statt.
Anmeldungen bitte telefonisch: 030 – 44 14 167.
Workshops und Ausstellungen finden über das ganze Jahr statt.
Termine sind bitte zu erfragen über die Bundesgeschäftsstelle: 030 – 25 04 51 51.

„… Aktives Gestalten durch das Malen, die visuelle Wahrnehmung und dem anschließenden verbalen Austausch führen zu einer ganzheitlichen Sicht.
In Gruppen wird häufig die Erfahrung gemacht, dass sich auf dem Blatt risikolos ausgedrückt werden kann – wie es ist zu agieren, statt nur zu reagieren…“

Quelle: Margrit Galonska - Heilpraktikerin beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie und Dozentin

Ausmalbücher und Mandala … : Je detailverliebter die Zeichnungen, desto mehr muss man sich fokussieren, desto tiefer sinkt man ab in seine eigene Welt und kann das hektische Leben außen vor lassen.

Prof. Haral Gruber, Leiter des Instituts für Kunsttherapie an der Alanus-Hochschule bei Bonn, sagt: „Das Ausmalen einer vorgegebenen Struktur kann Konzentration und Entspannung fördern. …“ Laut Gruber kann diese Art vor Vorlage gar angstlösend sein.

Das Malen ist ein nonverbales Verfahren. In der Regel wird wenig gesprochen. Damit wird erzielt, dass jeder bei sich bleibt und seine eigenen Reaktionen beobachtet. Das einzige Ausdrucksmittel, das jeder zur Verfügung hat, ist Farbe und Form. Die Gesprächsrunde nach dem Malen ist sehr eff ektiv, weil unbewusste Themen sichtbar werden. Dies können auch vermeintlich kleinere Themen sein, die viel Kraft im Alltag rauben. Durch das Erkennen und Annehmen der IstSituation verändert sich bereits der Fokus.

Ziele des Malkreises:

  • Sich einlassen
  • sich abgrenzen
  • Raum einnehmen
  • Raum geben
  • Für sich einstehen
  • auf andere Rücksicht nehmen
  • Sozialkompetenzen entwickeln
  • Selbstreflexion

Für den Malkreis sind weder künstlerische Begabung noch Vorkenntnisse erforderlich.

Bild zeigt Jens Herrmann
Jens Herrmann

Projektleiter: Jens Herrmann – abstrakter Maler

Tel.: 030 - 44 14 167 oder 030 - 25 04 51 51

E-Mail: Malkreis „Arc des Couleurs“

„Das Wichtigste ist, dass die Teilnehmer_innen sich selbst in ihren Werken wieder finden.“, so der Kursleiter, Jens Herrmann. Der Maler und Photograph aus Berlin Prenzlauer Berg führt Interessent_innen in verschiedene Techniken der abstrakten Malerei ein. Seine Liebe zur Malerei und sein Talent hat er 2009 während einer Therapie entdeckt. Neben dem Erlernen der Techniken abstrakter Malerei und dem Spaß am Malen, dienen diese Zusammenkünfte auch dem Austausch. Auf ebenso ungezwungene Weise sollen Nichtbetroffene mit Angehörigen von Tötungsfällen in Kontakt kommen und die Berührungsängste verlieren. In solch einem natürlichen Rahmen sind Menschen, die ein schweres Schicksal erlitten haben, bereit sich nach und nach zu öffnen. Meistens wird aber über ganz alltägliche Dinge geredet und auch viel gelacht.

ANUAS stellt die Gemälde aus — zu besichtigen in der ANUAS-Hauptgeschäftsstelle in Berlin-Friedrichsfelde — eine Anmeldung ist notwendig!

Kreativität als Ressource in der ANUAS-Selbsthilfe „Malkreis Arc des Couleurs“

Da Selbsthilfe selbstbestimmt ist, haben die betroffenen Angehörigen von Mordfällen beim ANUAS e.V. 2013 entschieden, eine andere Möglichkeit der Hilfe zur Selbsthilfe zu finden, als immer nur an einem Tisch zu sitzen und „angespannt“ zu reden – zu reden, worüber man eigentlich nicht reden wollte und konnte.

Im September 2013 startete der ANUAS-Gesprächskreise als Malkreis mit einem abstrakten Künstler, Jens Herrmann und fand seinen vollen Erfolg.

Anfangs bekamen wir immer wieder zu hören: „Ich kann doch gar nicht malen.“ Der Künstler zeigte den Teilnehmenden, wie sie mit verschiedenen Techniken ein Bild gestalten konnten, z. B. mit Pinsel, Spachtel oder Kratzwerkzeug. Dies macht den Betroffenen so viel Spaß, dass am Ende einer jeden Projektsitzung die Augen leuchten, ein Lächeln sich in den Gesichtern breit macht und Aussagen kommen, wie: „Ich wusste gar nicht, dass ich das auch kann.“ Die Freude über ihre eigene Schöpferkraft ist dermaßen groß, dass sie eine Vorfreude auf die nächste Veranstaltung auslöst. „Ich freue mich schon aufs nächste Mal“. Wenn einmal eine Veranstaltung ausfällt, ist die Enttäuschung entsprechend groß.

Bei einer kreativen Gestaltung lässt es sich viel einfacher reden und dabei können auch noch kleine Kunstwerke gestaltet werden, die Freude bereiten.

Der ANUAS organisiert Ausstellungen, in denen die betroffenen Angehörigen mit Freude ihre Werke präsentieren. Eine Integration ins soziale Umfeld wird ermöglicht, man spricht nicht nur mit Betroffenen über das Geschehen, sondern sensibilisiert auch in der Öffentlichkeit bei Nichtbetroffenen für die eigentlichen psychischen und gesundheitlichen Probleme, die bisher immer noch nicht richtig verstanden werden.

Betroffene beim ANUAS erfahren unendliche Ungerechtigkeiten und Stigmatisierung, die in den Gesprächskreisen ebenfalls angesprochen werden.

Nach schweren traumatischen Erlebnissen, wie beispielsweise Mord an einem nahen Angehörigen, Suizid eines geliebten Menschen, häusliche Gewalt, sexueller Missbrauch etc., ist das Überleben für Betroffenen und Zurückbleibende in der Tat eine Kunst.

Viele haben den Glauben verloren an das Gute im Leben, an den Staat, an Polizei oder Justiz, und auch an Gott, so wie sie ihn für sich verstehen. Das Leben hat keinen Sinn mehr.

Anfangs funktionieren traumatisierte Menschen wie Roboter, sie bewegen sich auch so. Ihr Sinn für das Schöne im Leben ist verschüttet und wird überlagert von Traumasymptomen, Entsetzen und Trauer. Die Kraft, die sie einst hatten, um den Alltag zu bewältigen und stark im Arbeits-, Familien- und gesellschaftlichen Leben zu stehen, ist erschöpft.

Erst allmählich lernen Traumatisierte, sofern sie entsprechende Unterstützung haben (sei es durch Therapie, Gesprächskreise oder sonstiges), dass ihr Leben weitergeht. Sie lernen, wieder Zugang zu ihren inneren Ressourcen, sprich Stärken und Fähigkeiten zu bekommen.

War die Kreativität zunächst abgeschnitten, so kann sie wieder reaktiviert werden. Sie muss nicht erlernt werden, sondern war schon immer vorhanden. Jetzt gilt es, sie durch kreative Verfahren, sei es Kunst, Musik, Tanz, Schreiben oder dergleichen, wieder zu aktivieren.

Kreative Verfahren eignen sich besonders dann, wenn Betroffene nicht in der Lage sind, über das Erlebte zu sprechen. Durch künstlerisches Gestalten können sie dem, was sie bewegt, Ausdruck verleihen. Sie können Traumainhalte externalisieren und auf diese Weise Energie-Blockaden lösen, die durch das traumatische Erlebnis in ihrem Nervensystem gebunden sind.

Neben dem Malkreis gibt es beim BV ANUAS e.V. noch weitere Gesprächskreise:

  • Schreibwerkstatt
  • Meine Erinnerung – meine Ressource
  • Arbeitsgruppe
  • Patenschaften
  • Lese-Café …

Alles, was uns gut tut, das ist für uns Selbsthilfe und wird durch uns erlebt, gelebt und als hilfreich empfunden.

Abstrakte Malerei mit dem Maler Jens Herrmann

Bild zeigt den Maler Jens Herrmann beim Malen eines Bildes
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Mit freundlicher Unterstützung der AOK Nordost

Bild zeigt das Logo der AOK
Fotografie-Kreis

Fotografie-Kreis

Termin für 2018: zu erfragen über den Gruppenleiter: Jens Herrmann, Telefon: 030 – 44 14 167

Auch die Fotografie hilft Betroffenen bei der Bewältigung ihres Traumas.

Oft werden die Fotos alleine gemacht, und in einer anschließenden Gesprächsrunde wird darüber gesprochen. Es wird u.a. darüber gesprochen, warum ausgerechnet diese Motive fotografiert wurden, welche Erinnerungen hat derjenige zu vergangenen Zeiten.

Anders geht es aber auch: Man trifft sich in kleineren Gruppen in Berlin oder Brandenburg. Geht gemeinsam spazieren, … erzählt über Dinge, die bewegen … man fotografiert alles, was anspricht und schön ist. Einige Tage später tauscht man sich in einer Gesprächsrunde über die Fotos aus.

J.H.: „… die Fotographie hilft mir, weil sie für mich Therapie ist und mich zwingt, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen…“

Kreativ-Kreis „Creativtime“

Kreativ-Kreis „Creativtime“

Erst allmählich lernen Traumatisierte, sofern sie entsprechende Unterstützung haben (sei es durch Therapie, Gesprächskreise oder sonstiges), dass ihr Leben weitergeht. Sie lernen, wieder Zugang zu ihren inneren Ressourcen, sprich Stärken und Fähigkeiten zu bekommen. War die Kreativität zunächst abgeschnitten, so kann sie wieder reaktiviert werden. Sie muss nicht erlernt werden, sondern war schon immer vorhanden.

Jetzt gilt es, sie durch kreative Verfahren, sei es Kunst, Musik, Tanz, Schreiben oder dergleichen, wieder zu aktivieren. Kreative Verfahren eignen sich besonders dann, wenn Betroffene nicht in der Lage sind, über das Erlebte zu sprechen. Durch künstlerisches Gestalten können sie dem, was sie bewegt, Ausdruck verleihen. Sie können Traumainhalte externalisieren und auf diese Weise Energie-Blockaden lösen, die durch das traumatische Erlebnis in ihrem Nervensystem gebunden sind. Bei einer kreativen Gestaltung lässt es sich viel einfacher reden und dabei können auch noch kleine Kunstwerke gestaltet werden, die Freude bereiten.

Kreativ-Kreis “Creativtime”

Um die psychischen und gesundheitlichen Auswirkungen von Gewaltopfern bzw. Angehörigen von Tötungsdelikten so gering als möglich zu halten, wurde das Selbsthilfe-Projekt “Creativtime” ins Leben gerufen.

Innerhalb dieser Gruppe wird die Kreativität gefördert, das innere Gleichgewicht wieder hergestellt und die natürliche Handlungsfähigkeit  erreicht.

“Creativtime” bietet nicht nur Möglichkeiten der kreativen Gestaltung, sondern schafft ungezwungen Raum für Gespräche von Betroffenen mit und für Betroffene.

Zu jedem Treffen werden die Teilnehmer mit Übungen vertraut gemacht, die sie zu jeder Zeit selbständig anwenden können. Dieses betrifft speziell:

  • kreatives Gestalten
  • Atemübungen
  • Achtsamkeitsübungen
  • Entspannungsübungen: Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training u.ä.
  • Fantasiereisen: „Ort der inneren Ruhe“, „Tresorübungen“ u.ä.

Hilfe zur Selbsthilfe „Künstlerische Möglichkeiten – Andere Wege finden und gehen nach einem schweren Schicksalsschlag“

Die „Künstlerischen Möglichkeiten“ – kreatives Gestalten * musizieren – bieten einen Experimentierungs- und Erlebnisraum, in dem Gefühle und Wünsche zum Ausdruckkommen können. Fernab von Leistungsansprüchen können verschüttete und neue Fähigkeiten entdeckt werden und der Zugang zur eigenen Persönlichkeit (wieder-) gefunden werden.

Die „Künstlerischen Möglichkeiten“ sind eine Einladung, neue Erfahrungen zu machen und diese für Veränderungen zu nutzen. Das Schöne im Leben wiederfinden nach einer Gewalttat soll erreicht werden.

ANUAS zählt die „Künstlerischen Möglichkeiten“ – als niedrigschwellige Angebote begleitend zu möglichen fachlichen Therapien – und bietet individuelle handlungs- und erlebnisorientierte Verfahren an. Je nach Betroffenensituation schließt sich eine Verbalisierung des Erlebten im Sinne einer Aufarbeitung, eines Verstehens und Integration an.

Wichtig zu erwähnen: Für die „Künstlerischen Möglichkeiten“ braucht man keinerlei Vorerfahrungen.

Unter dem Begriff „Künstlerische Möglichkeiten“ fasst man unterschiedliche, in sich eigenständige Methoden zusammen (z.B. Kreativität, Kunst, Musik). Das Gemeinsame an diesen Methodenformen ist, dass die Ausdrucksform in der individuellen Situation über die Sprache der Musik, der Kunst und der individuellen Kreativität stattfindet. Denn nicht für alles, was in einem vorgeht, was man fühlt und erlebt, kann man die passenden Worte finden , und manchmal fehlen sie einem auch, weil der Zugang zum eigenen Erleben durch belastende Erlebnisse aus der Vergangenheit blockiert ist.

Unaussprechliche Erfahrungen werden in den „Künstlerischen Möglichkeiten“ durch das Handeln im künstlerischen Medium hörbar und sichtbar. Sie nehmen Gestalt an in Form eines improvisierten Musikstückes, einer Geste/Bewegung, eines Bildes, oder einer Skulptur und werden so mittelbar und von dort aus auch veränderbar.

Die bisherige Arbeit ist Information und Aufklärung sowie Online-Austauschgruppen. Die partizipative Durchführung des Projektes und der Versuch über individuelle gesundheitspräventive künstlerische Möglichkeiten mit unterschiedlichen Vorgehensweisen st bisher beim ANUAAAS einmalig und unterscheidet sich von dem bisherigen Angebot. Der Versuch, vielfältige Bewältigungs-Angebote für die Zielgruppe kostenfrei anzubieten, ist eine gute Alternative zum bisherigen Vorgehen einzelner Workshops mit jeweils einem Thema.

Das Erlernen oder Wiederfinden von eigenen Ressourcen bringen andere Sichtweisen auf bisherige Stress-Problemlagen. Der Abschluß des Projektes wird über einen gemeinsamen Besuch des Winter-Weihnachts-Wunderland des Berliner Tierparks ermöglicht. Dieser Besuch dient dem abschließenden Austausch in einer schönen Atmosphäre.

Logo Aktion Mensch

Ziele des Projektes:

  • Experimentier- und Erlebnisraum schaffen, in dem Gefühle und Wünsche zum Ausdruck kommen können
  • verschüttete und neue Fähigkeiten entdecken, Zugang zur eigenen Persönlichkeit (wieder-) finden
  • Einladung, neue Erfahrungen zu machen und diese für Veränderungen zu nutzen
  • je nach Betroffenheit schließt sich eine Verbalisierung des Erlebten im Sinne einer Aufarbeitung, eines Verstehens und Integration an
  • unaussprechbare Erfahrungen werden in den künstlerischen Anwendungen durch das Handeln im künstlerischen Medium hörbar und sichtbar
  • mit und durch musikalische Aktionen (Klavierspielen, Singen, Rhythmus erleben …) werden psychische und psychosoziale Prozesse beeinflusst und die Konzentrationsfähigkeit gesteigert
  • gemeinsam etwas Schönes besichtigen, Sinn des Weihnachtsfestes = Fest der Liebe wiederfinden, Austausch mit Gleichbetroffenen
  • Stressabbau, Entlastung, Stabilisierung, Vertrauensaufbau
  • Ressourcenfindung und -ausbau – sowie Ressourcenweiterentwicklung … einen neuen Sinn im Leben finden
  • Integration und Partizipation ins soziale Umfeld
  • Anbieten von Möglichkeiten der realen Ausgestaltung der inneren Wahrnehmung, der Bilder der Psyche, in direkter Anbindung an die Sinne
  • Psychische, sinnliche und intellektuelle Anteile werden aktiviert und in Bewegung gebracht. Gleichzeitig findet eine geistig-seelische und leibliche Auseinandersetzung mit den entsprechenden Inhalten statt
  • Im Mittelpunkt steht die Entfaltung des kreativen Potentials, sowie die Erweiterung des eigenen individuellen Handlungsspielraumes, der Zugang zu oft unbewussten Ressourcen und Konflikten, das Erweitern von Wahlmöglichkeiten in Einstellung und Verhalten
  • Gehört werden, zuhören, sich Gehör verschaffen, Gefühle wahrnehmen und ausdrücken, Kontakt und Resonanz erleben, sich mit den unerhörten Seiten der Seele vertraut machen …
  • Mittels der musikalischen Improvisation ohne Worte zu kommunizieren
  • Verbesserung der Selbst- und Fremdwahrnehmung
  • Stärkung der Ich-Funktion, wie z.B. Wahrnehmungsfähigkeit und Symbolisierungsfähigkeit
  • Verbesserung des Zugangs zu den eigenen Emotionen und Förderung der Ausdrucksfähigkeit im Bereich der Emotionen
  • Abbau von Hemmungen
  • Stärkung und Förderung von Ressourcen
  • Förderung der Kontakt- und Kommunikationsfähigkeit
  • Entwicklung alternativer Bewältigungsstrategien durch spielerisches Probehandeln
Nonverbale Kommunikation - ein Theaterworkshop mit dem Pantomimen Manfred Pomorin 2019
Nonverbale Kommunikation - ein Theaterworkshop mit dem Pantomimen Manfred Pomorin 2019
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Das Theaterprojekt für seelisch erkrankte Angehörige gewaltsamer Tötung wird gefördert durch die Techniker Krankenkasse, Landesvertretung Berlin und Brandenburg.

Für die Inhalte ist die Selbsthilfeorganisation verantwortlich. Etwaige Leistungsansprüche gegenüber der Krankenkasse sind hieraus nicht ableitbar.

ANUAS sagt Danke im Namen der Betroffenen und Interessierten.

Mit freundlicher Unterstützung der Techniker Krankenkasse